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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Offene Gesellschaft
Die Differenzierung der Gesellschaft schreitet auch in Österreich immer weiter voran. Der Wandel von Arbeits- und Lebenswelt, der Zugang zu Bildung und Wohlstand, Aufstiegschancen auf der einen und das erhöhte Risikopotential sozialer Deklassierung auf der anderen Seite haben einen ambivalenten Prozess der Individualisierung und Vereinzelung, der Herausbildung vielfältiger Lebensstile und der Entsolidarisierung ausgelöst. Wir erkennen und bejahen das soziale, kulturelle und emanzipatorische Potential dieser Entwicklung. Wir treten offensiv für die Toleranz und Akzeptanz individueller Lebensentwürfe ein und lehnen alle Formen ihrer Normierung ab.
Gerade aus dieser Grundeinstellung heraus sehen wir aber die Notwendigkeit jene Erscheinungen zu bekämpfen, die nicht zu einer größeren Selbstständigkeit und Unabhängigkeit, sondern zu einer zunehmenden Isolierung und Entsolidarisierung führen.
Die individuelle Entfaltung des/der Einzelnen darf nicht auf Kosten des/der Nächsten gehen, denn wo der soziale Friede durch eine immer tiefer gehende gesellschaftliche Spaltung bedroht ist, entstehen massive gesellschaftliche Belastungen, die zu einer Bedrohung für funktionierende sozialstaatliche Strukturen, das Bildungssystem, kulturelle Vielfalt und Toleranz werden.
Als sozialistische Organisation müssen wir eine starke Stimme für Schwächere und Unterdrückte in unserer Gesellschaft sein. Daher haben wir immer gegen faschistische, rassistische oder antisemitische Aussagen oder Handlungen aufzutreten.
Integration- und Migration
Nicht erst seit einigen Jahren sehen wir uns mit einer radikalen Verschärfung der AusländerInnen- und AsylantInnenpolitik konfrontiert. Gerade deshalb müssen wir gegen eine solch menschenfeindliche und diskriminierende Politik auftreten, die mit unseren Weltund Menschenbild nicht vereinbar ist. Von unseren Grundwerten ausgehend, lehnen wir jegliche Art von Zugangsbeschränkungen und Diskriminierungen von „Nicht-InländerInnen“ ab.
Unserem Verständnis von gelebter Solidarität entspricht es, dass jedem Menschen das Recht auf freie Wahl des Lebensmittelpunktes zusteht, nicht nur InländerInnen und EU-BürgerInnen. Die westlichen Wohlfahrtsstaaten müssen andere Weltgegenden am gesellschaftlichen Reichtum teilhaben lassen, da dieser zu einem Großteil auf der Ausbeutung ärmerer Länder basiert.
Es gibt des weiteren keine rationalen Gründe, Nicht-EU-BürgerInnen zwar Aufenthaltsgenehmigungen, gleichzeitig aber keine Arbeitsgenehmigungen auszustellen, sowie das aktive und passive Wahlrecht zu verweigern und so eine tatsächliche Integration zu verhindern.
Kampf gegen Faschismus
Die Arbeit im Bereich Antifaschismus und Antirassismus ist für uns selbstverständlich eine der wichtigsten Aufgaben eines sozialistischen Studierendenverbandes und mehr als eine Auseinandersetzung mit der Zeit zwischen 1933 bis 1945 und deren Nachwirkungen. Zunehmende soziale Ungleichheit, autoritäre Strukturen und öffentliche Stigmatisierung benachteiligter Gruppen bilden einen Nährboden für ein Aufkeimen des Rechtsextremismus.
Universitäten hatten und haben eine zentrale Rolle bei der theoretischen und personellen Reproduktion dieser Strömungen, wie die jüngsten Entwicklungen – siehe rechtsextreme Uniräte (!) – zeigen. Wir kämpfen mit allen Mitteln dafür, rechtsextremem Gedankengut keinen Platz zu lassen. Kein Fußbreit dem Faschismus!
