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Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

VSStÖ bis heute

Zurück zu "VSStÖ und ÖH"

Insgesamt machte der VSStÖ in den Jahren zwischen 1945 und 1970 eine Entwicklung durch, die ihn von einem Verein mit starken Bezügen zur traditionellen sozialistischen Arbeiterkultur der Zwischenkriegszeit zu einer Organisation werden ließ, die unter gewandelten universitären und gesellschaftlichen Bedingungen (wie sie durch die Ausbreitung einer Kulturindustrie und dem Entstehen einiger neuartiger Jugend-Subkulturen auf das Vereinsleben wirkten), eine neue Identität und eine zeitgemäße, von den in Bewegung geratenen Studierenden akzeptierte Organisationsform finden musste.

In den siebziger Jahren griff der VSStÖ wieder stärker auf den Austromarxismus zurück, begriff sich als politischer Verband und beteiligte sich an den  Protestbewegungen gegen den Vietnamkrieg oder das AKW Zwentendorf. Auch unter Kreisky kam es dementsprechend oft zu sehr heftigen und weitgehenden Konflikten zwischen VSStÖ und SPÖ.

Die Geschichte der Fraktionskämpfe innerhalb des VSStÖ ist inzwischen Legende. Nicht zuletzt haben die ständigen internen Auseinandersetzungen dazu geführt, dass der VSStÖ bis in die Mitte der 1990er kontinuierlich an Einfluss verloren hat.

Nach  den ÖH-Wahlen 1995 gelang es, erstmals die Dominanz von konservativen, ÖVP-nahen Gruppierungen an der ÖH-Spitze zu durchbrechen. Der VSStÖ konnte erstmals den ÖH-Vorsitz stellen, mit der VSStÖ-Kandidatin Agnes Berlakovich wurde auch die erste Frau zur Vorsitzenden der  Österreichischen HochschülerInnenschaft gewählt. Der VSStÖ beteiligte sich aktiv an den Protesten gegen das Sparpaket der Großen Koalition 1996, das große soziale Einschnitte für Studierende brachte. Nach der ÖH-Wahl 1997 gab es trotz VSStÖ-Gewinnen allerdings wiederum eine konservative Mehrheit in der bundesweiten StudentInnenvertretung.

Als Haider und Schüssel im Februar 2000 ihre Koalition bildeten, gingen wir wie zehntausende andere gegen diese Regierung auf die Straße. Unser Protest war berechtigt, schon im Herbst 2000 setzten FPÖ und ÖVP dem freien Hochschulzugang ein Ende und beschlossen Studiengebühren, bald darauf kam die schwarz-blaue 'Unireform'. Gegen diese unsoziale Politik demonstrierten wir.

Die ÖH-Wahlen 2001 haben den VSStÖ gestärkt und mit einem linken Erdrutschsieg eine rot-grüne Koalition in der Bundesvertretung der ÖH gebracht. Im Rahmen einer Teamlösung mit den Grünen und Alternativen StudentInnen wurde mit Andrea Mautz erneut eine Frau für den VSStÖ ÖH-Vorsitzende. Der VSStÖ setzt sich in seiner ÖH-Arbeit gegen die bildungsfeindliche Politik der schwarz-blauen Bundesregierung ein, kämpft gegen Studiengebühren und für eine gerechte soziale Absicherung der Studierenden. Mit 24 von 45 Sitzen im österreichweiten Studierendenparlament, der ÖH-Bundesvertretung, gingen bei der Wahl im Mai 2003 die bisherigen KoalitionspartnerInnen erneut als Sieger hervor. Der VSStÖ hat es geschafft, sein gutes Ergebnis von den letzten Wahlen annähernd zu halten und stellte mit Patrice Fuchs die ÖH-Vorsitzende.

In einer Nacht und Nebelaktion nahm Schwarz-Blau in der Nacht von 10. auf 11. November 2004 eine umgreifende Änderung des HochschülerInnenschaftsgesetzes (HSG) vor. Die Direktwahl der ÖH Bundesvertretung wurde abgeschafft - die Bundesmandate werden seither von den Universitäten entsand. Hat eine Uni allerdings nur ein Mandat zu vergeben, so geht das gesamte Mandat an die stimmenstärkste Fraktion - die größeren Unis werden nach der d'Hondtschen Mandatsverteilung aufgeteilt. In der Theorie verbesserte dieses neue HSG die Ausgangslage der oppositionellen ÖVP-nahen Aktionsgemeinschaft - die Studierenden gingen aber mit Gehrers Plänen nicht mit und entschieden sich (jetzt erst recht) für die Fortsetzung von Rot-Grün auf Bundesebene. Nach diesem - historischen - Wahlsieg 2005 stellte Barbara Blaha die sozialistische Vorsitzhälfte der ÖH Bundesvertretung.

Nach den ÖH-Wahlen 2007 ging der VSStÖ eine Koalition mit GRAS und FLÖ ein und entsandte Lisa Schindler in das ÖH-Vorsitzteam. Ende des Sommersemesters 2008 wurde diese Koalition von Seiten der FLÖ gesprengt, in Reaktion auf die darauf folgende Wahl eines AG-Vorsitzes durch die FLÖ ging der VSStÖ in Opposition. Auch aus dieser Position werden wir weiterhin für die Anliegen der Studierenden kämpfen!

Viele junge Frauen und Männer haben sich im Lauf der Zeit im VSStÖ engagiert und haben auch nach ihrem Studium unterschiedliche (politische) Entwicklungen genommen. Auf diese Vielfalt sind wir stolz. Auch heute engagieren sich im VSStÖ viele Studentinnen und Studenten, deren politische Überzeugungen von marxistisch bis sozialdemokratisch reichen. Dieses breite Spektrum führt zwar oft zu Diskussionen, gerade diese Diskussionskultur und diese 'Bandbreite' ist aber auch unsere Stärke. Venceremos!


 

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