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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Anforderungen an die Bildung im Zuge des GATS
Staatliche Bildungspolitik darf den gesellschaftlichen und wirtschaftspolitischen Veränderungen nicht nachhinken. Sie muss an deren Gestaltung teilhaben. Dadurch entstehen ständig neue Anforderungen an die bildungspolitischen AkteurInnen. Gleicher Zugang zu Bildung garantiert allen Menschen den chancengleichen Zugang zu Wissen und damit zu Macht. Das Credo der neoliberalen ReformerInnen lautet, dass der Markt die Regeln macht. Studiengebühren oder Gesundheitsvorsorge, wer nicht zahlen kann, bleibt auf der Strecke. Die neoliberale Logik ist seit Jahrzehnten auf nationaler und internationaler Ebene im Vormarsch. Seit einiger Zeit verhandeln RegierungsvertreterInnen und LobbyistInnen das General Agreement on Trade in Services (GATS).
Bildungsmarkt weltweit
Auf der Suche nach neuen Absatzmärkten ist der Bildungsbereich in den letzten Jahren immer mehr in Blickfeld von Unternehmensinteressen gerückt. Der weltweite Bildungsmarkt umfasst Schätzungen zufolge zwei Billionen US-Dollar. Private AnbieterInnen halten einen Anteil von rund einem Fünftel. Ausgehend von Australien ringen Verbände wie universitas 21 und der weltweiten AblegerInnen um ihre Anteile am globalen Bildungsmarkt. Im Mai 2002 warben bereits zum zweiten Mal BildungsanbieterInnen aus mittlerweile 71 Staaten auf der Kongressmesse World Education Market für ihre Produkte. Bereits 1996 betrugen die Bildungsexporte der USA mehr als 7 Milliarden US-Dollar und machten deren fünftgrößten Exportsektor im Dienstleistungsbereich aus.
Frühzeitig erkannte die Welthandelsorganisation (WTO), dass angesichts der öffentlichen Sensibilisierung im Schulwesen Liberalisierungsbestrebungen im Hochschul- und Erwachsenenbildungsbereich vorerst eher zu Verhandlungserfolgen führen können. Dennoch will sich die boomende Bildungsindustrie das Geschäft mit den Zukunftschancen nicht entgehen lassen. Während große BildungsexporteurInnen wie die USA, Großbritannien und Australien lukrativen Geschäften entgegensehen können, stecken die Entwicklungsländer in einem besonderen Dilemma. Ihre Bildungssysteme können sich gegen die große ausländische Konkurrenz nicht durchsetzen, allerdings sind sie auf Know-How angewiesen. Der Teufelskreis des ungleichen, von der WTO vorangetriebenen Welthandelssystems setzt sich hier durch.
Der VSStÖ lehnt eine Ökonomisierung der Bildung ab. Bildung darf nicht als ein kauf- und verkaufbares Handelsgut betrachtet werden. Der Bildungssektor nicht zum profitablen Wirtschaftszweig. Durch den Neoliberalismus ist auch eine Entsolidarisierung der Gesellschaft erkennbar. Für sozial Schwache, Kranke und Arbeitslose wird es zunehmend schwieriger zu bestehen. Der VSStÖ setzt sich deshalb weiterhin dafür ein, dass Bildung unabhängig von der persönlichen finanziellen Situation möglich ist und Bildung nicht vom Gutdünken von weltweiten Konzerne abhängig wird.
- Bildungsbegriff
- Offener Bildungszugang
- Bildung und Gesellschaft
- Schule und triale Ausbildung
- Die Universität, Wissenschaft und Bildung
- Weiterbildung
