Unigruppen

Momentum 09 - Freiheit
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Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Uni News

Was passiert an der TU, der Uni Wien, der Med-Uni und der WU?

TU

An den Unis in Österreich brennt es, die TU ist natürlich keine Ausnahme. Auch hier wird für die vollständige Abschaffung der Studiengebühren, gegen Zugangsbeschränkungen und die Ökonomisierung der Bildung gekämpft. Außerdem setzt sich auch die TU für eine Demokratisierung der Universitäten ein. Diese Demokratie wird auch gleich vor Ort gelebt. Also selbst hinschauen und sich davon überzeugen!

Der VSStÖ startete im November die Kampagne „What the fuck?!“. Im Rahmen dieser organisierte der VSStÖ TU am 25. November., dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen, eine Aktion im Freihaus, um aufzuzeigen, dass Gewalt gegen Frauen noch immer ein großes Problem darstellt. So wurden viele Studierende auf das Thema aufmerksam gemacht. Von 11. bis 13. Dezember findet „fEmpowerment“, das Frauenseminar des VSStÖ, in Bruck an der Mur statt. Auch der VSStÖ TU wird dort vertreten sein und freut sich über interessierte Studentinnen, die daran teilnehmen wollen! Weitere Infos zur Kampagne und zum Seminar findest du auf www.whatthefuck.at

Das Jahr neigt sich langsam dem Ende zu. Bevor es aber in die wohlverdienten Ferien geht, bietet der VSStÖ TU dir in der Woche vom 14. bis 18. Dezember Sozialberatung und Informationen zu Prüfungsrecht und anderen studienrechtlichen Fragen. Du findest uns jeden Nachmittag bei unserem Stand vor dem Freihaus. Um die kalte Zeit ein wenig angenehmer zu gestalten, gibt es während der Beratungszeit auch Punsch gegen eine kleinen Beitrag zu kaufen. Die Spenden gehen dieses Jahr an die Volkshilfe.

Sophie Lojka

Juridicum

Das Juridicum der Uni Wien stand politisch in den vergangenen Wochen ganz im Zeichen der Studierendenproteste. Im Gegensatz zu anderen Universitätsstandorten kam es zwar zu keinen Hörsaalbesetzungen, dennoch formierten sich Studierende zu einer Arbeitsgruppe. Von dieser ging die erste große HörerInnenversammlung der jüngeren Geschichte des Juridicums aus. Hunderte Studierende stimmten über einen das Jus-Studium betreffenden Forderungskatalog ab. Selbst die von der ÖVP-Aktionsgemeinschaft gestellte Fakultätsvertretung (FV) sah sich gezwungen an dem Geschehen teilzunehmen. Dies erscheint besonders verwunderlich da die Konservativen in den Protesten zunächst eine „gesellschaftspolitische Aktion“ sahen, „deren Forderungen wir (die FV Jus, Anm.)  zum Teil als kommunistisch ablehnen…“

In einer weiteren HörerInnenversammlung erklärten sich die Jus-
Studierenden auch mit den generellen Forderungen der Audimax BesetzerInnen solidarisch und forderten die Ausfinanzierung der Universitäten und einen Hochschulzugang frei von Zugangsbeschränkungen und Studiengebühren.

Als Organisation die sich seit vielen Jahren für verbesserte Studienbedingungen und eine vielseitigere Lehre einsetzt, war auch der VSStÖ Juridicum aktiv an den Aktionen beteiligt.

Am 25.11., dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen veranstaltete der VSStÖ Juridicum eine Podiumsdiskussion im Hörsaal U11. 70 Studierende diskutierten mit dem Podium, an dem Bundesministerin Heinisch-Hosek, White Ribbon Chef Romeo Bissuti, Angela Ivezic vom Beratungszentrum für MigrantInnen und Claudia Dietl teilnahmen. Klar hervor ging, dass auch in Österreich im Jahr 2009 Gewalt an Frauen keine Ausnahmeerscheinung ist, sondern ein allzu oft totgeschwiegenes gesellschaftliches Problem darstellt. Mindestens jede vierte Frau ist in ihrem Leben Opfer von Gewalt.

Auch dieses Jahr laden wir alle Studierende ein sich bei der Roten Hütte vor dem Juridicum bei einem Punsch für den guten Zweck zu wärmen – den ganzen Dezember, jeden Tag ab 16 Uhr.


WU

„WU ist top“ titelt das „WU aktuell“, die Zeitschrift der AG geführten ÖH. Äh? Verlesen!? Nein, das Financial Times Ranking siedelt die WU im Spitzenfeld der Management Ausbildung in Europa an. Die WU gibt übrigens jährlich eine nette Summe dafür aus, sich „ranken“ zu lassen.

Eine Ausgabe später sieht die Welt plötzlich ganz anders aus. An der WU scheint doch nicht alles „top“ zu sein. Die HerausgeberInnen des „WU aktuell“ müssen sich auf einmal mit den Studierenden-Protesten und den Hintergründen auseinander setzen. Aber anscheinend wieder verlesen!? Die UG-Novelle befindet Christian Tafart als eh nicht so schlecht und er meint, dass es an der WU „einen offenen Hochschulzugang“ gibt.

Dass dem nicht ganz so ist, zeigt die Protestbewegung „Unsere WU“. Denn die Selektion in der Studieneingangsphase durch Knock-Out-Prüfungen steht auf der WU schon lange an der Tagesordnung, das Betreuungsverhältnis von 320 Studierende auf nur eine Professorin oder einen Professor zeigt, dass an der WU einiges massiv falsch läuft, das hat am Ende sogar der ÖH WU Vorsitzende Stefan Kilga erkannt. In den letzten Wochen kämpfen daher StudentInnen, darunter auch der VSStÖ, auch an der WU gegen schlechte Studienbedingungen und die derzeitige Bildungspolitik im Allgemeinen. Vor allem die wien- und österreich-weiten Demonstrationen verzeichneten rege Beteiligung der WU-Studierenden. In den HörerInnenvollversammlungen werden konkrete Verbesserungsvorschläge diskutiert und beschlossen. Auch Lehrende bringen sich beim Protest an der WU ein, eine Zusammenarbeit soll in Zukunft unter anderem kritische Lehre in den Wirtschaftswissenschaften fördern.

Doch die AG WU lebt weiterhin in ihrer eigenen Welt, in der die WU mal „top“ und mal „flop“ ist und die berechtigten Proteste als das Werk linker ChaotInnen abgetan werden.

Angelika Gruber

Medizin

Die Verschulung der Studien, Zugangsbeschränkungen, unterfinanzierte Universitäten und dass kritische Bildung in diesem System nicht mehr möglich scheint, treibt tausende Studierende in Österreichs größten Hörsaal. Die Besetzung löste damit einen überfälligen bildungspolitischen Diskurs aus, auch auf der MUW. Dass diese Probleme nicht als die Probleme der „Anderen“ gesehen werden dürfen, haben auch Medizin-Studierende erkannt und sich auch im Zuge der Proteste organisiert.

Im Studienplan werden Studierende durch das Curriculum gedrängt. Freie Studiumsgestaltung beschränkt sich auf nur 15 SWS Wahlfächer. Der Stundenplan wird von der Studien- und Prüfungsabteilung konzipiert. Durch wöchentlich wechselnde Pflichttermine ist es kaum möglich zu arbeiten, oder ein Zweitstudium zu betreiben. Nicht Vollzeit zu studieren und sich kritisch mit Themen auseinanderzusetzen, wird durch den straffen Stundenplan erschwert und einzelne Semester zu pausieren unmöglich.

Auch wurde in den vergangenen Wochen das Zulassungsverfahren zum Medizinstudium als Vorzeige-Modell gehandelt. Schattenseiten von Aufnahmetests und im Speziellen des EMS werden allerdings ausgeblendet. Abseits des Rechts auf Bildung und des humanistischen Bildungsbegriff wird auf der einen Seite vor einem Ärzt*innenmangel schon lange gewarnt, auf der anderen Seite allerdings Barrieren geschaffen, die Interessierte ihrer Möglichkeit zu studieren wissentlich beraubt. Jede*r Absolvent*in des Tests weiß, dass dieser rein zur Aussiebung, nicht aber zur Feststellung der Eignung zur medizinischen Disziplin genutzt werden kann. Gerade durch die Willkür des Tests wiegt es schwerer, dass diese sozial selektiv sind und gerade beim EMS Frauen benachteiligt werden.

Es zeichnet sich das Bild, dass die Kolleg*innen auf den besetzen Universitäten gegen das kämpfen, was bei uns schon längst Realität ist. Sie handeln daher auch im Interesse der Mediziner*innen. Warum zeigen wir uns dann nicht alle solidarisch und handeln mit ihnen?

Jakob Zerbes

 

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