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Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at
Kämpfen ist anstrengend
"Das Audimax wird besetzt! Alle herkommen!", so oder so ähnlich lautete die SMS,...
...die mich Donnerstag Mittag von der Realität meines normalen Lebens zwischen Uni, Arbeit und ÖH riss und wegen der ich seit über einer Woche so viel auf der Uni bin wie noch nie in meinem Leben. Aus einer Solidarisierungsdemo mit einigen hundert, meist altbekannten, Leuten wurde innerhalb einer halben Stunden eine Besetzung mit mehreren tausend Menschen, aus einem Tag, einem Wochenende, aus einer Besetzung eine Demo mit 50.000 Menschen. Menschen die nicht mehr still sitzen werden, wenn Bildung zur Ausbildung wird, Knock-Out-Prüfungen, verpflichtende Studieneingangsphasen und Studiengebühren entscheiden, wer „gut“ genug für ein Studium ist und wer nicht. Trotz aller Euphorie die sich durch Vorträge, Workshops Vernetzung, selbstorganisiertes Essen und Putz-Trupps im Audimax ausbreitet, wird die Freude am Freiraum durch sexistisches, homophobes und rassistisches Verhalten gedämpft. Warum ich trotzdem noch in jeder freien Minute im Audimax, dem Pressezentrum, im Arkadenhof oder in einer der hunderten Arbeitsgruppen bin? Weil es zum ersten Mal seit ich Denken kann die Chance gibt mit anderen Studis, Lehrenden und Menschen aus verschiedensten Kontexten über Bildungs- wie auch Gesellschaftspolitik diskutieren und an gemeinsamen Lösungen arbeiten kann. Auch wenn das bedeutet wie ein Plattenspieler erklären zu müssen, dass Bildung für alle auch ein emanzipatorische Bildungskonzept erfordert und das Geschehen an den Unis nicht getrennt von Gesellschaft zu sehen ist. Nach Tag 12 der Besetzung bleibt vor allem eins: Für Bildung zu kämpfen ist anstrengend, aber sie ist es immer wert!
