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Entkommen aus dem Hochschulsumpf

Kommentar von Eva Maltschnig

Warum es im Bereich der Hochschulen einfach ist, Proteste und Diskussionen zu starten, das Erreichen von Zielen aber so schwer ist wie nirgends sonst

Mit der Dynamik hatte niemand gerechnet. Seit über zwei Wochen sind in Österreich Hörsäle befreit, es finden dort Diskussionen statt und Studierende vernetzen sich. Sie artikulieren ihre Probleme, Interessen und Vorstellungen von Hochschulbildung. Der Enthusiasmus, der vom symbolischen Raum Audimax ausgeht, begeistert viele Bevölkerungsschichten und wirkt international ansteckend.

Noch immer offen ist aber die Frage, wie die artikulierten Forderungen durchgesetzt werden sollen, und hier beginnt der Fisch nicht nur am Kopf, sondern auch am Schwanz zu stinken: Minister Hahn meint, die Unis seien ausreichend finanziert, die Rektoren müssten halt die Ressourcen anders verteilen, damit sie auch der Lehre zu Gute kommen. Und durch die Autonomie der Universitäten hätte er da eben leider keine Einflussmöglichkeiten. Das ist auf der einen Seite glatt gelogen (Unis schließen Verträge mit dem Ministerium, in denen die Verwendung der Geldmittel geregelt wird, die Unterfinanzierung der Hochschulen ist nicht zu leugnen), auf der anderen Seite mehr als zutreffend. WU-Rektor Badelt stellt für den Neubau der WU 35 Millionen Euro allein für den ArchitektInnenwettbewerb auf und erklärt im selben Atemzug in einem Mail an alle Studierenden, dass künftig scharfe Zugangsbeschränkungen  zu Beginn des Studiums eingeführt werden, weil sich die WU die Studierenden nicht leisten kann. Uni Wien Rektor Winckler nickt bekräftigend, wenn es um zusätzliche Finanzmittel für Unis geht – seine eigenen Angestellten (vor allem jene, die die heiß begehrten Drittmittel an die Uni bringen) will er aber offenbar aus Prinzip nicht unbefristet anstellen.

Viele AkteurInnen sind schuld an den katastrophalen Zuständen der österreichischen Hochschulen. Klar ist, es braucht mehr Geld, klar ist aber auch: Es ist nicht egal, wo das Geld hineinfließt. Und hier spielen autokratische Rektorate und neoliberale Wissenschaftspolitik öffentlich Zuständigkeits-Ping-Pong und schieben sich den schwarzen Peter gegenseitig zu. Die Protestierenden tun sich schwer, die Verantwortlichen zu adressieren. Und im Endeffekt kommen Hochschulen raus, wie sie von Rektoren und Wissenschaftsministerium gleichermaßen gewünscht werden: elitär und neoliberal.

Eva Maltschnig
ist Generalsekretärin der ÖH Bundesvertretung

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