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Momentum 09 - Freiheit
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Sozial- und Studienrechtsberatung

Verband sozialistischer Studentinnen und Studenten
Sektion Wien
http://www.vsstoe-wien.at

Ein Kommentar.

Der öffentliche und politische Diskurs in Sachen Frauenpolitik trägt eine spannende Ambivalenz in sich.
Wie oft hört frau, dass „eh schon viel erreicht wurde“? Immerhin sei es Frauen früher schlechter gegangen – heutzutage könnten wir uns doch leicht selbst verwirklichen: im Job, mit „Kind und Karriere“ und anderen festen Fügungen die besagen, was wir alles schaffen könnten wenn wir nur wollten. Was das im Einzelnen bedeutet, wie die sprichwörtlichen gläsernen Decken geformt sind, zeigen uns nicht nur folgende Zahlen: eine Rektorin in ganz Österreich, 13 Prozent Professorinnen – und das betrifft „nur“ die höheren Universitätsebenen. Und auch wenn es auf dem Papier kein Thema mehr ist, Frauenförderung beispielsweise in der Arbeitswelt wahrzunehmen: Wo ist die tatsächliche, die politische und soziale Gleichberechtigung?
Die konstruierte Gleichberechtigung ist also die eine Seite. Und die andere spielt sich in Sphären ab, die eine dazu bringen, sich zu fragen, in welcher Zeit wir eigentlich leben: Wie steht es zum Beispiel um die ehemalige NDR-Moderatorin Eva Herman? Nach ihrer revisionistischen Aussage über das Bild der Mutter im Nationalsozialismus („Und wir müssen vor allem das Bild der Mutter in Deutschland auch wieder wertschätzen lernen, das leider ja mit dem Nationalsozialismus und der darauf folgenden 68er Bewegung abgeschafft wurde. Mit den 68er wurde damals praktisch alles das alles, was wir an Werten hatten…) wurde sie zwar als NDR-Moderatorin entlassen – Solidaritätsbekundungen sind allerdings immer wieder zu vernehmen.
Das sind also zwei Seiten des frauenpolitischen Diskurses im deutschsprachigen Raum. Und wenn frau sich das österreichische “Frauenministerium” oder die Frauenpolitik der politischen Parteien ansieht, die zumeist konform geht mit den patriarchalen Vorstellungen unserer Gesellschaft und dennoch Frauenpolitik genannt wird: Wo sind denn bloß die Feministinnen im öffentlichen Diskurs?

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